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„Luther Bibeln - Kostbarkeiten aus dem Kirchenkreis Plön-Segeberg“

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Das Preetzer Organisatorenteam der Bibel-Ausstellung (v.l.):  Die Mitglieder des Heimatvereins Heinke Heintzen, 1. Vorsitzende, Volker Liebich, Axel Langfeldt, Präses Peter Wiegner und Klaus Schöllhorn, Heimatverein.

Das Preetzer Organisatorenteam der Bibel-Ausstellung (v.l.): Die Mitglieder des Heimatvereins Heinke Heintzen, 1. Vorsitzende, Volker Liebich, Axel Langfeldt, Präses Peter Wiegner und Klaus Schöllhorn, Heimatverein.

Preetz (los). Eine weitreichende Diskussion feuerte Martin Luther 1517 an. 500 Jahre minus ein paar Tage sind vergangen, seit der Reformator seine 95 Thesen damals am 31. Oktober an das Hauptportal der Kirche von Wittenberg schlug und den Ablasshandel anprangerte. Ein denkwürdiges Datum, dem der Kirchenkreis Plön-Segeberg die Sonderausstellung „Lutherbibeln“ widmete, die bislang im Museum des Kreises Plön, Johannisstraße 1 sowie der Heimatmuseen in Bad Oldesloe und Bad Segeberg gezeigt wurde. Aktuell präsentiert sie das Preetzer Heimatmuseum in der Mühlenstraße. Ausgewählt wurden zahlreiche Bibeln aus der Region, darunter aus der Stadt Preetz und der Probstei. Das Konzept der Wanderausstellung, die Synoden-Präses Peter Wiegner initiierte, erarbeitete die Plöner Museumsleiterin Julia Meyer. Vom 15. Oktober bis 30. Dezember sind die „Kostbarkeiten aus dem Kirchenkreis Plön-Segeberg“ noch ausgestellt. Preetz als letzte Station bildet somit das Schlusslicht im Lutherjahr: Danach werden die Bücher wieder ihren Eigentümern zurückgegeben. Das Heimatmuseum ist mittwochs, sonnabends und sonntags von 15 bis 17 Uhr geöffnet. Bei den Vorbereitungen haben sich die Museumsvertreter Heinke Heintzen und Volker Liebich sowie Klaus Schöllhorn, der das Konzept für Preetz entworfen hat, für die Sonderausstellung in der Mühlenstraße eingesetzt. Den besonderen Schätzen aus den vergangenen Jahrhunderten, die sich teils in Privatbesitz, teils in Museen und Kirchengemeinden befinden, hängt ihre ganz eigene Geschichte an und ist häufig eng an eine Familiengeschichte geknüpft. Luthers Predigten und Schriften, die Betonung des gnädigen Gottes sowie seine Bibelübersetzung führten tiefgreifende Veränderungen in einer von der römisch-katholischen Kirche dominierten Gesellschaft herbei. Dies nicht zuletzt mit Hilfe des modernen Buchdrucks, der schon Mitte des 15. Jahrhunderts erfunden worden war und bald eine steigende Produktivität erzielte. Luther übersetzte im Herbst 1521 das Neue Testament in nur elf Wochen ins Deutsche. Die erste Auflage des Neuen Testamentes erschien 1522, 1523 die erste Teilübersetzung des Alten Testaments. Bis 1525 gab es von beiden bereits 22 autorisierte Auflagen und 110 Nachdrucke. Bis 1534 übersetzte er das übrige Alte Testament. Einschließlich der Apokryphen bilden beide Testamente die „Lutherbibel“. Mit ihr wurden den Menschen biblische Inhalte zugänglich. Für sie versuchte Luther mit einer allgemein verständlichen Ausdrucksweise, biblische Aussagen sinngemäß zu übersetzen. Ausgestellt sind in Preetz unter anderem Luthers Schriften aus dem 16. Jahrhundert, Ausgaben der „Kurfürstenbibel“ (17. Jahrhundert), die auch der „Allgemeinbildung“ diente, Künstlerbibeln aus dem 19. und 20. Jahrhundert sowie „Familienbibeln“ mit persönlichen Widmungen. „Kriegsbibeln“, die mit ins Feld genommen wurden, beleuchten die schmerzlichsten und dunkelsten Momente persönlicher Biografien sowie auch der deutschen Geschichte. Ganz ungewöhnliche Exponate stammen aus der 800 Jahre alten Kirche in Sülfeld. Diese „Lutherschriften“ stammen aus der Mitte des 16. Jahrhunderts. Unter ihnen befinden sich Luthers Tischreden, Kommentare zur Bibel, Briefwechsel mit Papst und Kurfürst, die aber nicht Luther selbst publiziert hat. „Die Bücher wurden 1966 in einer Zwischendecke gefunden“, erzählt Peter Wiegner. Wann und warum sie darin versteckt wurden, ist bislang offen. Bei einer Kurfürstenbibel aus dem 17. Jahrhundert, deren Einband aus mit Leder bespannten Holzplatten besteht, lassen sich Metallspangen als ausgeklügelter Schließmechanismus in den Holzkörper zurückschieben und legen so vom Ursprung der noch gebräuchlichen alten Redewendung „ein Buch aufschlagen“ Zeugnis ab. Eine Bibel von Kaiserin Auguste Viktoria, der Frau Wilhelm II, stellte die Plöner Kirchengemeinde zur Verfügung. „Sie wurde 1892 der Schlosskapelle geschenkt“, weiß Julia Meyer. Nicht ohne Grund, denn zu dieser Zeit war die einstige Residenz Schloss Plön zur Kadettenanstalt umfunktioniert worden, wo auch die kaiserlichen Söhne zur Schule gingen. Die Schlosskapelle ließ die Kaiserin umgestalten. Der Kadettenpfarrer wohnte in der Apotheke, dem heutigen Kreis-Museum unter dem Dach. Zu der Ausstellung wird ein umfangreiches Begleitprogramm angeboten. Zum museumspädagogischen Angebot zählen Führungen für Erwachsene sowie auch Workshops für Schulklassen und Kindergruppen. Ab Mitte Februar werden die Ergebnisse eines Malwettbewerbs der umliegenden Grundschulen präsentiert. Und im März wird anhand eines Nachbaus einer Gutenbergschen Druckpresse vorgeführt, wie der Buchdruck zu Luthers Zeiten funktionierte. Die Bibel gilt als das meist gedruckte Buch in der Welt mit der unerreicht höchsten Auflage aller erschienenen Bücher und wurde in fast alle Sprachen übersetzt.



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