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Arbeitsschutz mit Knalleffekt

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Nikolai Isaak demonstriert eindrucksvoll, wie mit Staub und einer Zündquelle schnell mal eine Verpuffung entstehen kann.

Nikolai Isaak demonstriert eindrucksvoll, wie mit Staub und einer Zündquelle schnell mal eine Verpuffung entstehen kann.

Eutin (ed). Im Fokus stand der Arbeitsschutz – aber nicht theoretisch und trocken sondern mit Knalleffekt, Feuer und Rauch: In der vergangenen Woche machte der Schulungstruck der Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse Halt an der Beruflichen Schule des Kreises in Eutin. Und zusammen machte dessen Besatzung, Nikolai Isaak, Michael Heurich und Frank Koppe, rund 50 angehenden Elektronikern der Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik nachdrücklich und sehr praktisch deutlich, welche Gefahren im Berufsalltag auf sie lauern. Die Initiatoren erhoffen sich vom Arbeitsschutz-Unterricht im Schulungstruck nachhaltige Eindrücke, an die sich die Schüler auch im Alltag im richtigen Moment erinnern und zu den angemessenen Schutzmaßnahmen greifen: “Viele unserer Schüler werden oder haben bereits mit gefährlichen Materialien oder in einem gefährlichen Umfeld zu tun”, so Schulleiter Carsten Ingwertsen-Martensen, “mit denen man mit der Zeit auch mal unüberlegt umgeht, und da war es ganz selbstverständlich, dass wir den Schulungstruck der BG ETEM hierher holen, wenn die Möglichkeit besteht.” Den Kontakt hatte Lehrer Nico-Jens Wohlan, selbst gelernter Elektriker, hergestellt und bei seiner Schulleitung offene Türen eingerannt. “Ich habe selbst schon viele Unfälle erlebt, die vergisst man nicht. Wir wollen mit dieser Aktion die Schüler für die Gefahren und die Maßnahmen, die man zu seinem Schutz davor ergreifen sollte, sensibilisieren”, so Nico-Jens Wohlan. “Gerade an der Kreissäge oder bei Starkstrom, aber auch auf dem Gerüst oder einer nicht gesicherten Leiter.” So ist im Schulungstruck Fallschutz ein Thema, wie man Gerüste und Leitern absichert und darauf achtet, dass die Geräte zertifiziert sind – letztlich sind es die Grundregeln des Arbeitsschutzes, die die Schüler nochmal vermittelt bekommen – nur etwas nachdrücklicher. Wie das Ding mit der Verpuffung – dazu kann es ganz leicht mal kommen, wenn der Staub in der Werkstatt nicht abgesaugt sondern aufgewirbelt wird. “Und mit Sauerstoff und einer Zündquelle aneinandergerät”, erklärt Nikolai Isaak und füllt eine kleine Menge Staub und Sauerstoff in eine Plastikröhre, stellt ein Teelicht hinein und wirbelt den Staub auf. Sofort kommt es zu einer Flamme und der Deckel springt ab: “Verpuffung.” Auch Gefahrenquellen wie der Fehler in einer Simulationsschaltung sind Thema – wiederholt werden die fünf Sicherheitsregeln der Elektroniker: Freischalten – Gegen Wiedereinschalten sichern – Spannungsfreiheit feststellen – Erden und Kurzschließen – benachbarte, unter Spannung stehende Teile abdecken oder abschalten. “Das ist die Lebensversicherung”, erklärt sein Kollege Frank Koppe, “die muss man in die Köpfe und in die Finger kriegen.” Denn das Problem sei nicht das Wissen sondern dass man sich auch danach verhalte. “Denn nur weil ich es besser weiß, mache ich es noch lang nicht so. Es muss vom Wissen ins Tun, mit allen Mitteln.” Die Berufsschüler sind angemessen beeindruckt – von der Umgebung und dem vermittelten Wissen zum Arbeitsschutz. “Es war gut, das alles nochmal zu hören”, findet Jeffrey Bebensee, angehender Elektroniker, “denn viele Leute in den Betrieben beachten die Sicherheitsregeln mit der zeit nicht mehr, das lässt wohl mit der Erfahrung nach, aber das nochmal zu hören, macht wachsam. Ich werde versuchen, das alles zu beherzigen, vor allem weil ich selbst fast schonmal vom Gerüst gefallen wäre.” Und Lukas Schütz staunt, wie wenig es braucht, um eine Verpuffung zu erzeugen – “und das mal in einer anderen Umgebung zu erleben, nicht nur zu hören, als in einem langweiligen Klassenraum, das ist schon spannend.” “Die Schüler sollen reflektieren, was ihnen, aber auch anderen passieren kann, damit der Schlendrian erst gar nicht einzieht”, erklärt Nico-Jens Wohlan, wieso er sich um den SchulungsTruck bemüht hat. “Hier geht es über die reine Wissensvermittlung hinaus – es erzählt jemand etwas, der kein Lehrer ist in einer neuen Umgebung. Und jeder Unfall, den wir damit vermeiden können, ist Gold wert.“



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