Marco Gruemmer

Handball-Talent Aida Mittag: „Ich habe große Ziele“

Grömitz/Buxtehude. Mangelndes Selbstvertrauen kann man ihr nicht vorwerfen. Ganz im Gegenteil. „Ich habe große Ziele“, sagt Aida Mittag und träumt nicht weniger als von einer Berufung in die Handball-Nationalmannschaft.

In ihrer Karriere hat Aida Mittag erst kürzlich einen neuen Meilenstein erreicht. Am 13. Februar feierte sie ihr Debüt in der 1. Handball-Bundesliga der Frauen. Im Trikot des Buxtehuder SV war die Begegnung für sie trotz der 24:42 Niederlage beim HB Ludwigsburg viel mehr als nur ein normales Spiel. Es war der bisherige Höhepunkt ihrer Laufbahn, der zudem noch mit einem eigenen Torerfolg gekrönt wurde. Dennoch ist sie durch und durch Sportlerin, in deren Profil Niederlagen einfach nicht passen. Aber der Reihe nach und der Klärung, wer Aida Mittag überhaupt ist.

Aida Mittag ist 18 Jahre und hat eine sportlich rosige Zukunft vor sich. In Grömitz aufgewachsen, erlernte sie das Einmaleins des Handballs bei der HSG Ostsee, für die sie ab dem sechsten Lebensjahr spielte. Mit 12 Jahren wechselte sie zur HSG Wagrien, zwei Jahre später dann in ein Sportinternat nach Schwerin, wo Aida Mittag die Eliteschule des Sports besuchte. Zwei Jahre lang wurde sie dort weiter gefördert. Ihr großes Potenzial blieb nicht unentdeckt. Durch einen gemeinsamen Landesauswahltrainer wurde Konkurrent Rostock auf Aida Mittag aufmerksam. 2022 absolvierte sie ihr erstes Länderspiel für die U16-Nationalmannschaft. Fleiß und Ehrgeiz wurden belohnt.

Doch die Reise war noch nicht beendet. Von Rostock aus erfolgte der nächste Karriereschritt und Aida Mittag heuerte beim Buxtehuder SV an. „Ich wollte einen Verein mit einer hohen Perspektive. Gerne einen Erstligaverein, um näher an meinem Ziel zu sein. Dadurch, dass ich in Rostock nach der 10. Klasse auch meinen Schulabschluss in der Tasche hatte, bot es sich an, das Abitur anzustreben. Buxtehude hat mir von Anfang an gut gefallen und mir eine sportliche Perspektive aufgezeigt“, erläutert Aida Mittag im Gespräch mit dem reporter.

Als A-Jugendliche sammelte sie bereits erste Erfahrungen in der zweiten Mannschaft des Buxtehuder SV. Gleichzeitig spielt die Linkshänderin auch in der U19-Nationalmannschaft, mit der sie am 7. und 8. März in zwei Länderspielen auf die Schweiz trifft.

Zurück zum 13. Februar. Über das Gefühl, in der 1. Bundesliga aufzulaufen, erzählt die gebürtige Grömitzerin: „Es war immer mein Traum und es fühlt sich noch nicht real an. Ich bin noch immer überwältigt. Es war ein krasses Gefühl, wenn man auf einmal gegen Spielerinnen spielt, die eigentlich zu den Vorbildern gehören.“

Den Verantwortlichen des Buxtehuder SV hat der couragierte Premierenauftritt von Aida Mittag im Bundesliga-Oberhaus imponiert. Zur neuen Saison steigt die Rückraum-Shooterin nach der Unterzeichnung eines Zweijahresvertrages fest in den Profi-Kader auf.

Dabei vergisst Aida Mittag nie ihre Wurzeln. Dankbar erläutert sie: „Ich hatte immer eine riesige Unterstützung von meiner Familie. Ohne sie wäre das alles gar nicht möglich gewesen. Mein Papa hat schon immer an mich geglaubt und war mein größter Fan. Auch meine Mutter und meine Geschwister Tom Louis und Tarja haben mich immer unterstützt. Sie kommen oft zu meinen Spielen und ich bin so dankbar, dass ich meine Leidenschaft ausleben darf.“

Die Kontakte nach Grömitz sind hingegen ein wenig auf der Strecke geblieben. Fünfmal die Woche Training plus Spiel am Wochenende lassen kaum Zeit dafür. Dennoch freut Aida Mittag, wenn sie mal für ein paar Tage an die Ostsee reisen kann, um Familie und Freunde zu treffen. „Dort kann ich Kraft tanken und Energie aufladen“, sagt Aida Mittag. Denn wie verkündete sie anfangs: „Ich habe große Ziele.“ (mg)


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