Der Wasserturm soll erhalten bleiben
Neustadt in Holstein. Es waren zwei ziemliche „Brocken“, die auf auf der Tagesordnung des Planungs-, Umwelt- und Bauausschusses (PUBA) am vergangenen Mittwoch standen. Sowohl das angedachte Buhnentestfeld zwischen Neustadt und Pelzerhaken als auch die Frage, wie es um die Zukunft des Wasserturms steht, sorgten für reichlich Diskussionsbedarf.
Rückbau oder Sanierung? So lautete die Kernfrage bezüglich des Wasserturms auf dem Gelände der Kita am Wasserturm. Der 1929 errichtete Turm wird schon seit Jahrzehnten nicht mehr als Wasserturm genutzt. Er dient zurzeit auf Grund seiner erhöhten Lage und Höhe als Funkantennenmast. Im Erdgeschoss lagert die Kita Außenspielgeräte.Die Außenspielflächen reichen direkt bis an den Turm heran. Aktuell sind die Freiflächen jedoch nicht mehr für die Kinder nutzbar und durch Bauzäune vom Freigelände abgetrennt. Grund sind herabfallende Betonteile von dem Betonkranz (der reporter berichtete). Der Turm steht zwar nicht unter Denkmalschutz, ist aber von städtebaulicher Bedeutung und gilt als eines von Neustadts Wahrzeichen. In der Sitzung vom 30. Januar war in dem Ausschuss noch keine Entscheidung gefallen, vielmehr wurde um Kostenschätzung für die Sanierung gebeten. Diese legte der Neustädter Architekt Joachim Wegener jetzt vor. Er listete zunächst einmal die Schäden auf nannte den umlaufenden Betonkranz, die Stahlbetondecken im Innenraum, die Fassade, das Mauerwerk und die Dachabdichtung. Trotz der Mängelliste, so sein Fazit, sei der Wasserturm grundsätzlich erhaltenswürdig und insgesamt in einem guten Zustand. Die Sanierungskosten bezifferte Joachim Wegener auf rund 198.500 Euro. Dies sei jedoch nur ein grob geschätzter Wert, da noch viele Erkenntnisse fehlen würden und die Ergebnisse weiterer Untersuchungen eventuell noch Einsparungen mit sich bringen könnten. Eine vollumfängliche Sanierung könne die Erhaltungsdauer des Wasserturms auf weitere 60 Jahre erhöhen.
Einen Rückbau bezeichnete der Architekt als sehr aufwendig (angrenzende Wohnbebauung und schlechte Auffahrbarkeit des höher gelegenen Grundstückes) und unter Nachhaltigkeitsaspekten als nicht begründbar. Zudem seien die Kosten mit 125.000 Euro auch höher als erwartet.
Varianten wie die Übernahme oder Beteilung des Mobilfunkanbieters an den Sanierungskosten oder gar der Verkauf des Wasserturms wurden im Verlauf der Sitzung verworfen. Von einem Verkauf riet auch Bürgermeister Mirko Spiekermann ab. Er sagte: „Kindergartenleitung, Kinder und Eltern wünschen sich eine schnelle Lösung, da die Kinder dort wieder spielen möchten.“
Im Ergebnis der vorgetragenen Kostenschätzung hat der PUBA entschieden, dass der Wasserturm saniert und wie bisher weiter genutzt werden soll. Langfristig soll möglichst eine intensivere Nutzung als bisher gefunden und der Turm dafür umgebaut werden. Die dafür benötigten Haushaltsmittel werden in den Nachtragshaushalt eingestellt.
Buhnentestfeld zwischen Neustadt und Pelzerhaken
Der Abschnitt der Steilküste westlich von Pelzerhaken weist zum wiederholten Male starke Abbrüche auf, die unter anderem zu einer Unpassierbarkeit und Sperrung des Uferwanderwegs geführt haben (der reporter berichtete).
Die beabsichtigte Rückverlegung des Wanderweges oberhalb des Steilufers wäre nur durch einen Landverzicht seitens der benachbarten Campingplätze sowie der landwirtschaftlichen Flächen möglich. Zudem sind die genannten Flächen oberhalb des Kliffs auf Dauer weiter gefährdet. „Erosionen der Steilküste können nicht verhindert werden“, betonte Bauamtsleiterin Antje Weise.
Den Forderungen der Anlieger, Maßnahmen gegen ein weiteres Abbrechen der Steilküste zu treffen, ist die Stadt durch die Beauftragung der Planung eines Buhnentestfelds am Strand vor der Steilküste nachgekommen. Das Ergebnis wurde vom Hamburger Büro Ramboll mit dem Ziel einer Verbesserung des Strandes und zum Schutz der Steilküste vorgestellt. So könne beispielsweise das vorhandene Buhnensystem durch weitere Steinbuhnen ergänzt oder verlängert werden. Die vorläufige Kostenschätzung sämlicher Maßnahmen würde bei einer Nettosumme von etwa 180.000 Euro liegen, Folgekosten nicht einkalkuliert.
Auch zu diesem Thema wurden im Ausschuss intensive Diskussionen geführt. Mit einem Abstimmungsergebnis von 3 Ja- und 3 Nein-Stimmen bei zwei Enthaltungen wird das Buhnentestfeld nicht realisiert. (mg)

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