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Mit den Füßen im Sand begrüßt der Pastor den kleinen Täufling. Gleich soll er mit echtem Wasser aus der Ostsee getauft werden. Als die Eltern von Bekannten hörten, dass eine Taufe am Strand möglich sei, waren sie sofort Feuer und Flamme. Auch die Familie konnte sich schnell dafür begeistern, unter freiem Himmel Taufe zu feiern. Während andere Strandbesucher an diesem Morgen ihre Badesachen auspacken, verfolgt die kleine Taufgesellschaft so gebannt, wie der Pastor eine Kerze entzündet und der einzigartige Gottesdienst am Strand beginnt.
So eine Taufe ist nicht alltäglich, aber auch nicht selten in diesen Tagen. Im Kirchenkreis Ostholstein gibt es im Sommer viele Möglichkeiten zur Taufe. Über die klassische Feier im Sonntagsgottesdienst hinaus laden im Sommer zahlreiche Kirchengemeinden zu Tauffesten an den Strand, in den „Garten am frischen Wasser“ am Eutiner See und an anderen Orten ein. Gründe für eine Taufe bei einem Tauffest gibt es viele. Bei einer zunehmenden Anzahl von Familien trifft dieses Angebot auf reges Interesse. In diesem Sommer gibt es fast 30 Tauffeste. Für alle Interessierten hat der Kirchenkreis unter www.taufen-in-ostholstein.de eine eigene Internetseite erstellt, auf der eine Übersicht über alle Tauforte und Tauffeste zu finden ist. Dort finden sich für den 15. Juli gleich an zwei Orten Tauffeste: am Strand von Sierksdorf und im „Garten am frischen Wasser“ in Eutin. Im August bietet die Kirchengemeinde Eutin dort eine zweite Gelegenheit an, weitere Tauforte im August sind: Burg auf Fehmarn, Hansühn, Neustadt/ Pelzerhaken und Scharbeutz. Nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene sind herzlich willkommen, auf diese unvergessliche Weise in die Gemeinschaft der evangelischen Kirche aufgenommen zu werden.
Unter dem Motto #deinetaufe laden in diesem Sommer viele Gemeinden in der gesamten Nordkirche dazu ein, die Taufe neu zu entdecken. Im Mittelpunkt steht dabei die Zusage Gottes, von ihm angenommen und geliebt zu sein. Sehr eindrücklich kommt diese Botschaft in den alten Worten des Propheten Jesaja zum Ausdruck: „Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein!“. Ob als kleines Kind, in der Jugend oder im Erwachsenenalter – zu allen Zeiten steht das Leben eines getauften Menschen unter Gottes Segen. So soll die Taufe nicht auf den einmaligen Akt während des Gottesdienstes beschränkt bleiben, sondern Ermutigung für jeden Tag bieten. Der bedeutende Kirchenreformator Martin Luther soll in Not und Anfechtung auf sein Schreibpult geschrieben haben: „Ich bin getauft“. Das hat ihm wieder Trost und Mut gegeben. So lädt die Taufinitiative auch alle bereits Getauften ein, sich neu an die eigene Taufe zu erinnern. Der kommende Sonntag bietet als „Taufsonntag“ im Kirchenjahr eine gute Gelegenheit dazu. Für eine Tauferinnerung braucht es nicht viel. Einen Moment innehalten, mit dem Finger ein Kreuzzeichen auf Stirn oder Brust zeichnen, wenn vorhanden mit Wasser, und sich dabei vergewissern: Ich gehöre zu Jesus Christus.