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Augenarzt aufsuchen: Wann, warum und worauf Patienten achten sollten

Bild: ANDOR BUJDOSO

Die Augen gehören zu den wichtigsten Sinnesorganen und gleichzeitig zu den am häufigsten vernachlässigten, wenn es um regelmäßige Vorsorge geht. Viele Menschen suchen erst dann einen Augenarzt auf, wenn Beschwerden auftreten: verschwommenes Sehen, Schmerzen oder auffällige Veränderungen im Blickfeld. Dabei ist genau das der falsche Ansatz.

Denn viele ernsthafte Augenerkrankungen entwickeln sich schleichend ohne spürbare Symptome, bis der Schaden bereits eingetreten ist. Dieser Ratgeber erklärt, wann ein Augenarztbesuch sinnvoll ist, welche Erkrankungen frühzeitig erkannt werden sollten und worauf bei der Wahl des richtigen Facharztes zu achten ist.

 

Warum regelmäßige Augenvorsorge so wichtig ist

Das Tückische an vielen Augenerkrankungen ist ihre Symptomarmut in frühen Stadien. Grüner Star, altersbedingte Makuladegeneration oder diabetische Netzhautveränderungen können jahrelang unbemerkt fortschreiten und erst dann Beschwerden verursachen, wenn bereits irreversible Schäden entstanden sind.

Regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim Augenarzt ermöglichen genau das, was im Ernstfall entscheidet: die Früherkennung. Dabei gilt: Je früher eine Erkrankung erkannt wird, desto besser sind die Behandlungsaussichten und desto größer ist die Chance, das Sehvermögen langfristig zu erhalten.

Empfohlene Vorsorgeintervalle:

  • Bis 40 Jahre: Alle zwei bis drei Jahre zur Kontrolle, auch ohne Beschwerden

  • Ab 40 Jahren: Jährliche Augeninnendruckmessung zum Ausschluss eines Glaukoms

  • Ab 60 Jahren: Jährliche umfassende Augenuntersuchung

  • Bei Risikofaktoren (Diabetes, familiäre Vorbelastung, Kurzsichtigkeit): Häufigere Kontrollen nach ärztlicher Empfehlung

 

Worauf bei der Wahl des Augenarztes achten?

Besonders in Norddeutschland einer Region mit einer Vielzahl von Augenzentren und Fachpraxen lohnt sich ein bewusster Blick auf die Qualitätskriterien:

Facharztausbildung Ein Augenarzt sollte Facharzt für Augenheilkunde sein. Bei spezifischen Eingriffen wie Kataraktoperationen oder Laserbehandlungen ist zusätzliche Subspezialisierung ein wichtiges Qualitätsmerkmal.

Technische Ausstattung Moderne Diagnostik erfordert moderne Geräte: OCT, Hornhauttopographie, digitale Gesichtsfeldmessung und Ultraschall sollten zum Standard gehören.

Mehrere Standorte und kurze Wartezeiten Besonders bei akuten Beschwerden ist eine zeitnahe Terminvergabe entscheidend. Augenzentren mit mehreren Standorten bieten hier oft klare Vorteile.

Patientenorientierung Eine ausführliche Beratung, verständliche Erklärungen und eine persönliche Betreuung sind Grundlage einer vertrauensvollen Arzt-Patienten-Beziehung.

Wer in Norddeutschland oder deutschlandweit nach einem erfahrenen Augenzentrum sucht, findet mit dem Augenzentrum REALEYES einen auf Augenheilkunde spezialisierten Anbieter mit über 40 Standorten in Nord- und Süddeutschland, rund 100 Fachärzten, mehr als 195.000 Patienten und einem breiten Leistungsspektrum von der Vorsorge bis zu modernsten Laser- und Linsenbehandlungen.

 

Die häufigsten Augenerkrankungen im Überblick

Grauer Star (Katarakt) Die Linse des Auges trübt sich mit zunehmendem Alter ein das Sehen wird unscharf, kontrastarm und blendungsempfindlich. Der Graue Star ist weltweit die häufigste Ursache für Sehverlust, lässt sich jedoch durch einen routinemäßigen operativen Eingriff sehr gut behandeln: Die getrübte Linse wird durch eine künstliche Intraokularlinse ersetzt.

Grüner Star (Glaukom) Beim Glaukom wird der Sehnerv durch erhöhten Augeninnendruck geschädigt. Ohne Behandlung entstehen irreversible Gesichtsfeldausfälle. Da die Erkrankung lange Zeit schmerzlos verläuft, wird sie häufig erst spät entdeckt. Früherkennung durch regelmäßige Augeninnendruckmessung ist entscheidend.

Altersbedingte Makuladegeneration (AMD) Die Makula der Bereich des schärfsten Sehens in der Netzhaut – verändert sich mit dem Alter. Besonders die feuchte Form der AMD erfordert eine zeitnahe Behandlung mit intravitrealen Injektionen, um das Sehvermögen zu stabilisieren.

Diabetische Retinopathie Menschen mit Diabetes haben ein erhöhtes Risiko für Netzhautveränderungen. Regelmäßige augenärztliche Kontrollen sind bei Diabetikern daher besonders wichtig unabhängig vom aktuellen Sehvermögen.

Keratokonus Eine fortschreitende Verformung der Hornhaut, die zu starker Sehverschlechterung führt. Moderne Therapieverfahren wie das Cornea Crosslinking können das Fortschreiten stoppen wenn die Erkrankung rechtzeitig erkannt wird.

Glaskörpertrübungen Schwebende Fäden oder Punkte im Gesichtsfeld sogenannte Mouches volantes sind häufig harmlos, können aber in manchen Fällen auf eine Netzhautproblematik hinweisen und sollten abgeklärt werden.

 

Wann sollte man sofort zum Augenarzt?

Neben den regelmäßigen Vorsorgeterminen gibt es Symptome, die eine zeitnahe oder sofortige augenärztliche Untersuchung erfordern:

  • Plötzlicher Sehverlustauch wenn er nur vorübergehend ist

  • Lichtblitze oder ein plötzlicher Schleier im Gesichtsfeld – mögliche Hinweise auf eine Netzhautablösung

  • Starke Augenschmerzenbesonders in Kombination mit Rötung und Übelkeit

  • Doppelbilderdie ohne erkennbare Ursache auftreten

  • Plötzliche Zunahme von Glaskörpertrübungen

  • Verletzungen am Augeauch scheinbar geringfügige


Diese Symptome sind keine Warnsignale, die man beobachten sollte sie erfordern eine sofortige Untersuchung.

 

Was bei einer Augenuntersuchung passiert

Viele Menschen wissen nicht genau, was sie bei einem Augenarztbesuch erwartet. Eine umfassende Untersuchung umfasst in der Regel:

Sehschärfenbestimmung Der klassische Sehtest mit Buchstaben- oder Zahlentafeln gibt Aufschluss über die aktuelle Sehleistung in der Ferne und Nähe.

Augeninnendruckmessung Zur Früherkennung eines Glaukoms wird der Druck im Auge gemessen schnell, schmerzlos und ohne Beeinträchtigung.

Spaltlampenuntersuchung Mit einem speziellen Mikroskop werden Hornhaut, Linse und vorderer Augenabschnitt detailliert beurteilt.

Funduskopie Die Untersuchung des Augenhintergrunds Netzhaut, Sehnerv und Makula gibt Aufschluss über mögliche Veränderungen. Für eine umfassende Beurteilung wird die Pupille oft erweitert danach ist die Sehfähigkeit vorübergehend eingeschränkt.

OCT (Optische Kohärenztomographie) Moderne Praxen setzen auf hochauflösende Schichtaufnahmen der Netzhaut besonders wichtig bei Verdacht auf Makulaerkrankungen oder Glaukom.

 

Augenlaserbehandlung und Linsenkorrektur: Wann ist sie möglich?

Neben der Diagnostik und Behandlung von Erkrankungen ist die Augenlaserbehandlung einer der häufigsten Gründe für einen Augenarztbesuch. Verfahren wie LASIK, LASEK oder SMILE korrigieren Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit und Astigmatismus dauerhaft aber nicht für jeden sind sie geeignet.

Voraussetzungen für eine Laserbehandlung:

  • Stabile Sehstärke über mindestens ein bis zwei Jahre

  • Ausreichende Hornhautdicke

  • Keine aktiven Augenerkrankungen

  • Mindestalter von etwa 18 bis 21 Jahren


Bei nicht laserbaren Fehlsichtigkeiten oder im Rahmen der Kataraktchirurgie kommen moderne Intraokularlinsen zum Einsatz – Multifokallinsen ermöglichen dabei sowohl Fern- als auch Nahsicht ohne Brille.

 

Kosten: Was übernimmt die Krankenkasse?

Grundlegende augenärztliche Leistungen werden von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen dazu gehören Routineuntersuchungen, Augeninnendruckmessung bei entsprechendem Risiko und Basis-Diagnostik. Bei weiteren Leistungen gibt es Unterschiede:

  • OCT zur Vorsorge: Häufig als IGeL-Leistung privat zu tragen

  • Augenlaserbehandlung: In der Regel keine Kassenleistung

  • Multifokallinsen bei Katarakt-OP: Aufzahlung für Premium-Linsen privat

  • Privatpatienten: Zugang zu einem breiteren Leistungsspektrum


Die Stiftung Warentest hat Augenärzte und augenärztliche Leistungen mehrfach untersucht und bietet unabhängige Orientierung zu Qualität und Kosten verschiedener Behandlungen.

 

Praktische Tipps für den Augenarztbesuch

  • Brille und Kontaktlinsen mitbringen: Auch ältere Korrektionen sind für die Diagnostik relevant

  • Kontaktlinsen vorher absetzen: Vor Hornhautuntersuchungen einige Tage keine Kontaktlinsen tragen

  • Begleitung organisieren: Nach Pupillenerweiterung ist das Sehen vorübergehend eingeschränkt Autofahren ist dann nicht möglich

  • Symptome dokumentieren: Wann traten Beschwerden auf? Konstant oder situationsabhängig?

  • Bonusheft führen: Regelmäßige Einträge können bei Zahnersatz-ähnlichen Regelungen relevant werden


Das Robert Koch-Institut stellt zudem allgemeine Informationen zur Prävalenz von Augenerkrankungen in Deutschland bereit ein hilfreicher Kontext für alle, die sich über Häufigkeit und Versorgungssituation informieren möchten.

 

Fazit: Augengesundheit ist keine Selbstverständlichkeit

Wer wartet, bis Beschwerden auftreten, wartet oft zu lange. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen beim Augenarzt auch ohne akute Symptome sind die wirkungsvollste Maßnahme zum Erhalt des Sehvermögens. In Norddeutschland und weit darüber hinaus gibt es heute gut ausgestattete Augenzentren mit erfahrenen Fachärzten, kurzen Wartezeiten und modernem Diagnostikangebot. Der erste Schritt ist der einfachste: einen Termin vereinbaren.


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