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Trotz Demo und Proteste: Investorensuche für das ETC bleibt wie gehabt

Timmendorfer Strand. In der jüngsten Sitzung der Gemeindevetretung von Timmendorfer Strand hat die CDU-Fraktion einen Antrag gestellt, dass bei der Investorensuche nur Interessenten berücksichtigt werden sollen, die den Fortbestand des Eissport- und Tennissports vorsehen. Obwohl sich im Vorfelde alle Parteien und Wählergemeinschaften für den Erhalt der Halle ausgesprochen haben, wurde der CDU-Antrag bei sechs Ja-Stimmen, zehn Nein-Stimmen und zwei Enthaltungen abgelehnt.

Im Vorfelde haben sich laut Polizeiangaben zirka 250 Teilnehmer, vorwiegend Kinder, an einer Demo unter dem Motto „Rettet die Halle“ beteiligt, die vom Edeka-Parkplatz zum Haus des Kurgastes in Niendorf zogen, wo die Sitzung der Gemeindevertreter stattfand.

Wie bereits berichtet, sucht die Gemeinde Timmendorfer Strand über ein externes Büro zunächst mit einem Interessenbekundungsverfahren nach einem Investor für das marode Eissport- und Tenniscentrum (ETC) inklusive dem Areal drumherum. Da in diesem Papier steht, dass das ETC nicht zwingend weiterbestehen muss, löste Entsetzen und Empörung bei den Eissport- und Tennisfans aus.

Eine finale Fassung des veröffentlichten Papiers zum Interessenbekundungsverfahren wurde auch keinem Gemeindevertreter vorgelegt. Susanne Dittmann von den Grünen fragt sich zum Beispiel, wer das so freigegeben hat.

Der Fraktionsvorsitzende von BürgerBündnis Neue Perspektive (BBNP), Michael Strümpell, sagte: „Es ist leider sehr schnell hochgekocht.“ Dem stimmt auch Andreas Czayka (FDP) zu. „Wir sammeln jetzt erst Ideen und es ist noch nichts entschieden. Wir sind alle gespannt, was für Investorenideen kommen,“ so die beiden Kommunalpolitiker.

Die Verfahrensankündigung, also das gestartete Interessenbekundungsverfahren, wurde jetzt erst vor Kurzem veröffentlicht. Eine Ausschreibung wird erst noch ausgearbeitet.

Kurz vor der Abstimmung des CDU-Antrages sagte Prof. Dr. Ingo Menke-zum Felde (CDU): „Wir möchten Klarheit schaffen und den Prozess abkürzen.“
„Wir werden dem Antrag nicht zustimmen und befürworten einen Neubau mit Eis- und Tennissport,“ so Strümpell (BBNP). Dann rechnete er vor, dass das Grundstück zirka 60 bis 70 Millionen Euro wert sei. „Wir sollten das Zepter nicht aus der Hand geben.“

Die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Stefanie Vorkamp, sagte: „Wir enthalten uns bei der Abstimmung, da wir dem Interessenbekundungsverfahren bereits nicht zugestimmt haben.“ Bei der Vergabe an einen Investor sollte ein Punktesystem verwendet werden. Die SPD (mit dem neuen Fraktions­chef Axel-Michael Unger) stimmt nicht zu, „da dadurch einer Verzögerung entstehen würde“. Dazu sagt FDP-Fraktionsvorsitzender Andreas Czayka: „Der Antrag der CDU verändert im Grundsatz nicht viel. Wir werden jetzt mehr Investoren ansprechen. Und ein laufendes Verfahren jetzt zu ändern, halte ich für falsch.“

Dazu entgegnete die CDU: „Erst sagen alle Fraktionen, dass sie hinter dem Eis- und Tennissport stehen und jetzt möchte keiner unserem Antrag zustimmen.“ Czayka (FDP) antwortete darauf: „Wir riskieren ja nichts, denn welchen Investor wir bevorzugen, entscheiden wir ja erst noch.“

Jan Karthäuser (Grüne) sagte: „In den letzten 15 Jahren ist es nicht gelungen, dass ETC zu sanieren. Den Kreis der Investoren würden wir gern klein halten.“ Kurz vor der von der CDU beantragten, namentlichen Abstimmung sagte Menke-zum Felde: „Wir wollen mit unserem Antrag ausschließen, dass ein Investor Eishockey und Tennis platt macht.“

BBNP, SPD und FDP stimmten schließlich geschlossen gegen den CDU-Antrag. Eine Ja-Stimme gab es von den Grünen, die weiteren fünf Ja-Stimmen von der CDU, die zwei Enthaltungen waren von den Grünen.

Somit läuft das Interessenbekundungsverfahren erst einmal wie beschrieben weiter. Ab Frühjahr folgt dann erst die detaillierte und offizielle Ausschreibung. Laut Bürgermeister Sven Partheil-Böhnke haben schon einige Investoren Interesse angemeldet, zwei davon sollen bereits Konzepte für das ETC-Areal vorlegen können oder bereits (unverbindlich) beim Planungsbüro vorgelegt haben.

Eine Sache war ihm als Verwaltungschef noch wichtig: „Ich verbitte mir die Diffamierung der Verwaltung in der Öffentlichkeit, denn es wird nichts von der Verwaltung gesteuert und da stelle ich mich hinter meine Mitarbeiter.“ Er antwortete damit auf ein längeres Schreiben, das kurz vor der Sitzung veröffentlicht wurde. Dazu sagte auch Bürgervorsteherin Anja Evers (CDU): „Ich bitte um eine sachliche Diskussion, aber bitte nicht unter der Gürtellinie.“ (rk)

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