

Ratekau. In Sachen Digitalisierung der Schulen ist der Gemeinde Ratekau der ganz große Wurf gelungen. „Wenn wir etwas anpacken, dann richtig. Wir wollten nicht ständig von Neuem anfangen, sondern, wenn schon, denn schon, die Maßnahme gleich komplett abschließen. Und das haben wir erfreulicherweise geschafft“, erklärte Ratekaus Bürgermeister Thomas Keller in der vergangenen Woche in der Grundschule Ratekau vor Vertreterinnen der Ratekauer Schulen und den für diesen Bereich zuständigen Mitarbeitern aus der Gemeindeverwaltung. Öffentliche Fördermittel tragen dazu wesentlich bei.
Insgesamt entfallen auf die Gemeinde Ratekau Mittel aus dem Digitalpakt in Höhe von über 478.000 Euro. Um diese Mittel abzurufen, war der Betrag um einen Eigenanteil in Höhe von 15 Prozent zu ergänzen. Die Gesamtausgaben müssen also bei mindestens 549,700 Euro liegen, um die volle Förderung zu erhalten.
Für die Umsetzung des Digitalpakts war die Gemeinde Ratekau nach den folgenden Schritten vorgegangen:
Netzwerk:
Als erster Schritt galt es, die Netzwerkinfrastruktur in den Schulen zu installieren beziehungsweise zu optimieren, da diese die Grundlage für alle nachfolgenden Schritte ist. Dafür wurde das rudimentär vorhandene Netzwerk in den Grundschulen komplett ausgetauscht. Die verschiedenen Gebäudeteile wurden dabei mit schnellen Glasfaserkabeln optimal verbunden. In jedem Klassen- beziehungsweise Fachraum wurden zwei LAN-Doppeldosen und ein WLAN Access-Point gesetzt, sowie entsprechende Steckdosenleisten.
Die Cesar-Klein-Schule war netzwerkseitig schon gut ausgestattet und wurde nur punktuell aktualisiert. Diese Arbeiten wurden im März abgeschlossen. Hierfür sind insgesamt Kosten in Höhe von zirka 380.000 Euro entstanden.
Interaktive Displays:
Im Januar wurde außerdem eine europaweite Ausschreibung zur Lieferung und Montage von 85 interaktiven Displays inklusive Einschub-PC mit einem Gesamtvolumen von zirka 400.000 Euro gestartet. Keller: „Es wird in jedem Klassen- beziehungsweise Fachraum die grüne Kreidetafel gegen ein interaktives Whiteboard ausgetauscht. Die Ausschreibung ist am 13. April erfolgreich beendet worden, sodass schon Mitte Mai alle Grundschulen der Gemeinde Ratekau mit interaktiven Displays ausgestattet worden sind.“
Es wurden insgesamt 33 Tafeln an den Grundschulen verbaut. Elf Stück an der Achim-Bröger-Schule, zehn in der Grundschule Ratekau und zwölf in der Otfried-Preußler-Schule. In der Cesar-Klein-Schule werden insgesamt 52 interaktive Displays verbaut. Der Austausch der Tafeln wird voraussichtlich am 3. Juli beginnen und innerhalb von zwei zwei Wochen abgeschlossen sein.
Weiteres Vorgehen:
Die digitale Medienausstattung der Schulen ist ein fortlaufender Prozess, sodass als nächstes die weitere Ausstattung von iPad-Klassen ansteht.
Restmittelantrag Digitalpakt:
Aus dem Digitalpakt Schule standen noch 3,7 Millionen Euro aus nicht beantragten Mitteln und Mittelrückläufen zur Verfügung. Der Antrag auf Restmittel konnte am 20. April dieses Jahre ab 10 Uhr gestellt werden. „Die Mittelverteilung läuft nach dem Windhundprinzip. Es wurde daraufhin auch ein Antrag auf Restmittel aus dem Digitalpakt gestellt. Bis jetzt wurde leider noch kein Förderbescheid erteilt, dies könnte aber noch aufgrund von weiteren Mittelrückläufen erfolgen“, so Ratekaus Verwaltungschef abschließend.