

Plön (t). Prof. Diethard Tautz ist Direktor der Abteilung für Evolutionsgenetik am Max-Planck-Institut für Evolutionsbiologie in Plön (MPI). Nach insgesamt 47 Jahren in der Wissenschaft geht er nun offiziell in den Ruhestand. Er wird dem MPI aber noch ein paar Jahre als emeritiertes Mitglied erhalten bleiben.
Der Gerhard Hess Preis (1990), die Karl-von-Frisch-Medaille (2016), das Bundesverdienstkreuz (2021) und allem voran die Entwicklung des genetischen Fingerabdrucks, all das sind nur wenige aber wichtige Punkte der wissenschaftlichen Laufbahn von Diethard Tautz. Seit 2007 ist Tautz wissenschaftliches Mitglied der Max-Planck-Gesellschaft sowie Direktor der Abteilung für Evolutionsgenetik. 17 Jahre hat er nicht nur seine eigene Forschung vorangetrieben, sondern auch die Neuausrichtung des Instituts wesentlich geprägt. So gab es zum Beginn seiner Laufbahn zwei Abteilungen, während es jetzt drei sind und die Einrichtung einer vierten kurz bevorsteht.
Die Einbindung seiner Abteilung in das bestehende Institut bedeutete damals neben einer erheblichen Erweiterung der Gebäudeinfrastruktur auch die Entwicklung spezialisierter Einrichtungen, einschließlich einer Genomik-Plattform.
Diethard Tautz spielte ebenso eine wichtige Rolle beim Aufbau engerer Beziehungen zur Christian Albrechts Universität zu Kiel, einschließlich eines gemeinsamen Graduiertenprogramms (IMPRS). Mittlerweile haben mehr als 30 seiner ehemaligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wissenschaftliche Karrieren an Universitäten und Forschungsinstituten weltweit gemacht.
In einer Feierstunde wurde Professor Tautz nun von den Kollegen des Direktoriums, Arne Traulsen und Prof. Paul Rainey, Geschäftsführender Direktor am MPI, in den Ruhestand verabschiedet. „Es war Arne Traulsen und mir persönlich stets eine Ehre, in den vergangenen Jahren mit Diethard Tautz gemeinsam im Direktorium unseres Instituts zu arbeiten“, unterstreicht Rainey. „Seine vielen wertvollen Beiträge werden das Institut auch in Zukunft prägen.“
Doch Ruhestand bedeutet nicht, dass Tautz nicht mehr aktiv sein wird. „Ich bleibe weiter wissenschaftlich aktiv, nur das organisatorische Tagesgeschäft fällt jetzt weitgehend weg“, sagt er. „Ich habe in meiner Karriere immer wieder Neues angefangen - auch den Ruhestand sehe ich eher als Neuanfang.“
Ein großes Anliegen von Diethard Tautz war es immer, seine Forschungsergebnisse einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen. Neben seiner Forschungsarbeit hat er sich auch zu aktuellen gesellschaftlichen Debatten, wie der angeblichen Gefahr der Überfremdung oder zur Anzahl phänotypischer Geschlechter, geäußert.
Zudem hatte er redaktionelle Aufgaben in verschiedensten wissenschaftlichen Journalen inne und diese teilweise mitbegründet. Im Ruhestand bleibt er weiter verantwortlich für die Herausgabe der wissenschaftlichen Publikationen der Nationalen Akademie der Wissenschaften, Leopoldina.
Diethard Tautz studierte von 1976 bis 1981 Biologie in Frankfurt am Main und Tübingen, wo er 1983 promovierte. Sein weiterer Weg führte über Heidelberg, Cambridge (UK), Tübingen, München und Köln nach Plön. Seinen Ruhestand wird er in Plön verbringen.