Reporter Eutin

Geschafft: Preetzer Tafel jetzt im Bergweg

Preetz (vg). Am Ende ging es dann ganz schnell: Rund um den 22. März hat die Preetzer Tafel ihren lange geplanten Umzug angepackt und neue Räume im Bergweg 1 bezogen. „Unsere neue Bleibe ist ein Geschenk“, freut sich die Tafel-Vorsitzende Dorit Kuhnt. Die gemeinnützige Organisation musste Ende 2023 überraschend auf die Suche nach einem neuen Standort gehen – bis die Eigentümerfamilie Hittscher der Tafel für das Gebäude neben dem ProCell-Möbellager einen langfristigen Mietvertrag anbot.
Noch im Dezember 2023 hatte „der reporter“ getitelt: „Preetzer Tafel in höchster Gefahr!“ Die plötzliche Kündigung der Betriebsräume in der Gasstraße 25 hatte die Helfer kalt erwischt. Doch durch die Bereitschaft von Immobilienbesitzer Lars Hittscher, die alte Industriehalle am Bergweg nach den Anforderungen der Tafel umzubauen und zu vermieten, gab es Hoffnung für ein neues Tafel-Stammhaus.

15 Monate später war es nun so weit: Die Preetzer Tafel zog mit Sack und Pack in die neuen Räumlichkeiten, deren vollständigen Umbau Lars Hittscher zusammen mit seinem Vater Friedo und seinem Bruder Birk gestemmt hatte. Das Vorstands- team der Tafel hat mit Unterstützung des Preetzer Architekten Mario Neu die Planung dafür geliefert. Von der ersten Idee bis zum Beginn der Arbeiten hat es sieben Monate gedauert. Dann lag die Baugenehmigung für den Umbau der Halle, die einst Schmied Frieder Lütje für den Stahl- und Metallbau genutzt hatte, vor. „Vom Fußboden bis zum Dach wurde der linke Flügel des Gebäudekomplexes komplett saniert“, berichtet Dorit Kuhnt.

„Die Räume sind hell, trocken und warm“, strahlt Vorstandsmitglied Andrea Johanssen – alles, was der alte Standort vermissen ließ. Auch störende Kanten, Treppen und Stufen gibt es im neuen Domizil nicht. Alles ist auf Praktikabilität und bessere Logistik ausgerichtet. Damit die Kühlkette so kurz wie möglich unterbrochen wird, kommt angelieferte Ware über den Haupteingang sofort in die Vorkühlung. Dort kann sich jedes Sortier-Team nach Bedarf Obst, Molkereiprodukte etc. herausholen. Die großen Kühl- und Gefrierzellen wurden speziell von Preetzer Firmen angefertigt. In der Ausgabe sorgen zwei Kühltresen für permanente Frische. Gutes Licht, ein unempfindlicher Fußboden und mobile Regale machen den ehrenamtlichen Kräften darüber hinaus die Arbeit leichter. Das Schleppen schwerer Kisten ist auf ein Minimum reduziert. Und am neuen Mitarbeiter- und Schulungsraum wird noch gewerkelt.

Die Gebäudehülle hat der Bauherr auf seine Kosten umgebaut. Durch die Einwerbung von Fördermitteln beim Land und die Unterstützung durch ortsansässige Unternehmen konnte die Tafel in eine zukunftsfähige Innenausstattung investieren. Die neuen Räume erfüllen alle Tafel-Bedürfnisse. Sie sind ohnehin mit den Kundenzahlen und Aufgaben in den vergangenen Jahren stark gewachsen. Rund 1.000 Menschen unterstützt die Einrichtung in Preetz und im Umland mit den von Lebensmittelmärkten gespendeten Waren. Die Arbeit bewältigen 95 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer, die der Vorstand mittlerweile dafür gewonnen hat.

Das gesamte Tafel-Team ist dankbar, dass der Eigentümer ein Herz für soziale Projekte hat und dass so viele Unterstützer auf allen Ebenen gefunden werden konnten. Und letztlich ist der Umzug auch nur möglich, weil die Stadt Preetz, die Stadt Schwentinental und die Ämter Preetz-Land und Schrevenborn einen Mietkostenzuschuss gewähren.

Weitere Nachrichten aus Plön/Preetz

UNTERNEHMEN DER REGION

Meistgelesen