Reporter Eutin

Jugendliche wünschen sich feste Beteiligungsstrukturen

Abschlussveranstaltung des Projektes „Jugend entscheidet“ im Wasserturm

Preetz (tg). Mit einer Abschlussveranstaltung im Wasserturm ist das vor einem Jahr gestartete Projekt „Jugend entscheidet“ am Donnerstagabend beendet worden. Das offizielle Projektende soll aber nicht auch das Ende einer Jugendbeteiligung in Preetz bedeuten, hier sind sich alle Beteiligten einig. Die Jugendlichen wollen auf jeden Fall sich weiter engagieren. Die Verwaltung möchte das Projekt ebenfalls weiter unterstützen und auch die an diesem Nachmittag im Wasserturm anwesenden Stadtvertreter wollen die Dynamik und die Ideen, die entwickelt worden sind, weiter fördern. „Es muss jetzt weitergehen, dafür wurde einfach zu viel Arbeit investiert“, betonte Tobias Fechner, Vorsitzender des zuständigen Fachausschusses in der Stadtvertretung. „Wir werden sicherlich die Ideen der Jugendlichen weiter unterstützen, von der Ideenfindung bis zur Verabschiedung.“ Bürgermeister Tim Brockmann lobte die Projektteilnehmenden, für deren Engagement und die daraus bereits entwickelten Ideen. Er wird als Stadtoberhaupt die Jugendbeteiligung weiter unterstützen. „Jetzt hängt es ab, welche konkrete Wünsche von den Jugendlichen zukünftig kommen, welche Ressourcen zur Verfügung stehen und was die Stadtvertretung über die weitere Jugendbeteiligung dann schließlich entscheidet“, so Brockmann. Sowohl der erst seit kurzem im Amt befindliche Bürgermeister als auch die erst zwei Tage vorher vereidigten Stadtvertreter nutzten an diesem Nachmittag die Möglichkeit, mit den Jugendlichen ins Gespräch zu kommen.

Ein Jahr lang wurde die „Kommunale Team“ aus Preetz von der Hertie-Stiftung bei der Umsetzung des Beteiligungsprojektes „Jugend entscheidet“ begleitet und fachlich unterstützt. Als eine von 15 Kommunen deutschlandweit wurde die Schusterstadt im letzten Jahr auserwählt, an diesem besonderen Projekt teilzunehmen. Das Ziel: bei Jugendlichen das Interesse an (kommunaler) Politik wecken, über das Einbringen eigener Ideen und Vorstellungen. Anfangs waren es etwas über 20 Schülerinnen und Schüler, die sich im Herbst letzten Jahres zur Auftaktveranstaltung von „Jugend entscheidet“ im Wasserturm getroffen hatten. Geblieben ist eine feste Gruppe, von 12-14 Jugendlichen, die sich weiter engagieren möchten, auch über das eigentliche Projektende hinaus. Die Motivation der Teilnehmenden ist unterschiedlich. Elias war z. B. über ein Plakat seinerzeit auf diese Form der Jugendbeteiligung aufmerksam geworden. „Es gibt einige Sachen, die man in Preetz verändern kann“, findet der 15jährige. Desirée hatte sich für Straßenlaternen in der Tapas-Straße eingesetzt. „Ich finde es gut, wenn ich mich beteiligen kann“, erklärte die 14jährige. Helene hat zusammen mit ihrem Bruder Paul das Projekt mitgestaltet. „Ich wollte einfach Politik kennenlernen“, so die 12jährige. Ihr Bruder würde sich ebenfalls gerne zukünftig in festen Strukturen, im Rahmen der Jugendbeteiligung, weiter politisch engagieren wollen.

Diesen Wunsch der Teenager an die Verwaltung als auch an die Selbstverwaltung wurde an diesem Tag mehr als deutlich. Die Abschlussveranstaltung leiteten Katharina Hübsch von der Hertie-Stiftung und Gönna Hartmann. Dabei ging es vor allem auch darum, die Wünsche an die Zukunft der Jugendbeteiligung in Preetz aus Sicht der Teilnehmenden festzuhalten. Nach den Sommerferien wird sich die Gruppe das nächste Mal treffen, dann ohne die Unterstützung durch die Hertie-Stiftung, - aber nicht weniger motiviert, sich politisch einzubringen. Schließlich haben die bereits erfolgreichen Anträge in der Stadtvertretung gezeigt, dass Ideen bzw. Vorschläge auch politisch umgesetzt werden können. Hierzu zählen z. B. der Antrag auf Mädchenteams in Sportvereinen, Laternen an der Schul-Fahrradstraße oder der Ausbau des ÖPNV – die letzten beiden Anträge fließen in die Umsetzung des städtischen Mobilitätskonzeptes mit ein. Die Idee für öffentliche Fitnessanlagen ist aktuell in der Umsetzung. Als Schlusspunkt des Projektes überreichte Katharina Hübsch, im Namen der Hertie-Stiftung, Bürgermeister Tim Brockmann die offizielle Teilnahmeurkunde für Preetz.


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