Milchkanne, Hungerharke, Mausefalle und Co.
Alltagshilfen aus früheren Zeiten zum Anfassen
Preetz (tg). Wer schon immer wissen wollte, was sich hinter dem Begriff „rödeln“ verbirgt, was Kleinkinder und ein Schinkenbottich in früheren Zeiten miteinander zu tun hatten oder wie die Großmutter ohne Strom seinerzeit gebügelt hat, der ist im Heimatmuseum Preetz genau richtig. Ab dem 25. Juni zeigt eine neue Ausstellung verschiedene Alltagshilfen aus Landwirtschaft und Haushalt aus fast vergessenen Zeiten. Das Besondere: die Gegenstände sind nicht hinter Glas verborgen, sondern können auch angefasst und ausprobiert werden. Wer noch nie eine Hungerharke, ein Klopfbrett oder eine Häckselmaschine aus der Nähe gesehen und einmal in der Hand gehabt hat, kann dies demnächst im Heimatmuseum in der Mühlenstraße (Nr. 14) tun. „Was für alle heute selbstverständlich ist, wie Heizung, Strom oder auch fließendes Wasser, bedeutete für frühere Generationen, gerade auf dem Land bzw. in der Landwirtschaft, viel Mühen“, erklärt Axel Langfeldt, Vorsitzende des Heimatvereins Preetz und Umgebung. Alltägliche Dinge, ob im Garten, dem Haushalt oder in der Viehhaltung, mussten in Handarbeit erledigt werden, so Langfeldt weiter. Damit diese alltäglichen Dinge und früheren Haushaltsgeräte nicht in Vergessenheit geraten, hat der Heimatverein eine neue Ausstellung konzipiert. Der größte Teil der gezeigten Exponate geht auf Leihgaben zurück. Zum Beispiel haben Elisabeth und Benno Jäger viele Ausstellungsstücke dem Heimatmuseum zur Verfügung gestellt. In ihrem kleinen Privatmuseum hat das Ehepaar aus Sophienhof viele dieser Alltagshilfen und Gegenstände aus dem täglichen Gebrauch von ihren Eltern und Großeltern aufbewahrt. Gezeigt werden im Heimatmuseum z. B. Werkzeuge zum Bau von Reetdächern. Hier darf von den Besuchern auch einmal selbst kräftig „gerödelt“ werden. Ergänzt werden diese Exponate durch Leihgaben, vom Museumshof in Lensahn, durch eigene Stücke aus dem Kellerarchiv des Heimatmuseums und über private Spenden. „Schneidemaschinen, Fleischwolf, Schleifstein usw. hatten keinen elektrischen Antrieb, - so prägte Handarbeit nicht nur das bäuerliche Leben, auch in privaten Haushalten mit Kleingarten und Viehhaltung gab es kaum Erleichterung für den Alltag“, schildert Axel Langfeldt, der selbst in der Landwirtschaft groß geworden ist. Aus seiner Sicht werden heutzutage zu schnell Sachen oder Geräte weggeschmissen. Was brauchte man, zur Fleisch- und Wurstherstellung, zum Buttern, zum Reetdach decken, zum Anlegen einer Drainage usw. -, nicht nur auf diese Fragen finden Besucher hier eine Antwort. Ausstellungseröffnung ist am Sonntag, 25. Juni, um 15 Uhr. Axel Langfeldt wird in das Thema einführen und Fragen beantworten. Die neue Ausstellung ist vom 25. Juni bis zum 19. November zu besichtigen, zu den regulären Öffnungszeiten des Heimatmuseums: jeweils samstags und sonntags, von 15-17 Uhr. Weitere Termine sind, nach telefonischer Vereinbarung, ebenfalls möglich: Tel.: 04342-8003310. Adresse: Mühlenstraße 14, in 24211 Preetz. Weitergehende Informationen unter www.museum-preetz.de. „Wir freuen uns, auch über Schulklassen oder Kitagruppen“, erklärt Axel Langfeldt, „diese können, nach Vereinbarung, hier bei uns die Geräte und Gegenstände aus vergangenen Zeiten einmal ganz praktisch erleben.“