Vom Mariechen zur Prinzessin
Plön (aj). Begonnen hat alles mit dem Ballettunterricht bei Barbara Kleinmann: Vier Jahre alt war Alexandra Fey, als sie die ersten Tanzschritte lernte. Ihr Talent und ihre Ausstrahlung fielen auf und so warb Lehrerin Kleinmann, deren Herz von jeher für den Karneval schlägt, sie als Fünfjährige für einen Mariechen-Tanz bei der Karnevalsgesellschaft Blau-Weiß Plön von 1960 e.V.. Es war kein ganz unbekanntes Terrain, auf das sich die kleine Alexandra da vorwagte, Mutter und Schwester tanzten ebenfalls und machten sich hervorragend als Vorbilder. So gut, dass Alexandra bis heute dabei ist. Mit dem Auftritt als Mariechen begann eine echte Karnevals-Karriere. Von der Mini-Garde, über die Kinder- und Junioren-Garde bis in die Prinzen-Garde tanzt sich Alexandra.
Und karnevalsmüde ist sie bis heute nicht. Seit 2020 trainiert sie die Prinzen-Garde, konzipiert die Choreographien für den Gardemarsch und den Showtanz, mit dem die Plönerinnen überall begeistern, wo sie auftreten. Als erfahrene Tänzerin weiß sie genau, worauf es ankommt, zusätzliche Inspiration bringen die Tänze anderer Garden: „Ich schaue mir natürlich auch Videos an“, sagt die 35-Jährige. Wichtig ist, dass die Musik sofort zündet: „Wenn ich ein Lied höre und spontan Bewegungen und Abläufe vor Augen habe, weiß ich: Das passt“, erzählt sie. Neun junge Frauen zählt ihre Truppe, ab 15 Jahren kann man mittanzen. Nach oben sind quasi keine Altersgrenzen gesetzt, entscheidend sind Kondition und Beweglichkeit. Zwei Schlüsselmomente gibt es bei der Vorbereitung der Session: „Wenn ich den Tanz fertig habe und alles aufgeschrieben ist. Und wenn es dann bei den Mädels Klick! macht“, meint Alexandra Fey.
Sieben Abendveranstaltungen stehen vom Jahresanfang bis zum Aschermittwoch auf dem Programm, dazu kommen Termine beim Kinderkarneval und Auftritte in Seniorenheimen der Region. Als Prinzessin ist Alexandra Fey in diesem Jahr doppelt gefordert. Ein Anspruch, dem sie gern gerecht wird, denn die Entscheidung, das Amt zu übernehmen, hat sie selbst gefällt: „Ich habe dem Präsidialvorstand mitgeteilt, dass ich das gern machen würde“, berichtet sie. Ihre Garde ahnte nichts, bis sie beim Prinzenball vom Abendkleid in ihre weiße Prinzinnenrobe schlüpfte und offiziell als Prinzessin Alexandra vorgestellt wurde: Ein unvergesslicher Moment für alle. Neben der Würde und den Pflichten spielt ein Orden eine wichtige Rolle: „Den gebe ich als Prinzessin an ausgewählte Menschen weiter“, erläutert Alexandra Fey. Sie hat ihn mit einer Tänzerin und der Zahl 30 gestaltet, die steht für 30 Jahre Vereinszugehörigkeit. Dafür wurde sie ihrerseits mit dem Treueabzeichen in Gold mit Brillanten ausgezeichnet. „Den allerersten meiner Prinzessinnenorden hat Babsi Kleinmann bekommen“, verrät die amtierende Tollität. Auch die „Tanzmädels“, der Vorstand und die Trainerinnen befreundeter Vereine und Clubs erhalten ein Exemplar. Eine Prise „Rampensau“ erfordert der Prinzessinnentitel übrigens und auch Feierqualitäten sind zweifelsfrei von Nutzen.
Ausgleich findet Alexandra Fey bei ihrer Familie und im Beruf als stellvertretende Leiterin der Kita „Seehüpfer“ in Bad Malente-Gremsmühlen. Ihre sechsjährige Tochter hat die Liebe zum Tanzen von der Mama übernommen. In ruhigen Momenten greift Alexandra Fey zu gutem Lesestoff, 20 Bücher hat sie im letzten Jahr geschafft. Ein weiteres Hobby ist Volleyball. Und wenn die Session getreu dem Motto „Am Aschermittwoch ist alles vorbei“ geschafft ist, gönnt sich die Prinzessin zwei Tage im Wellness-Hotel. Bis dahin aber heißt es „Plön Ahoi!“.
Wer Spaß an Bewegung, Tanz und Auftritten hat, ist herzlich willkommen bei der KG Blau-Weiß Plön. Auf dem Instagram-Kanal kg_blauweissploen kann man Kontakt aufnehmen. Musikalität, Spaß am Tanzen und an der Verkleidung genügen als Voraussetzungen.