Lesespaß an der Rodomstorschule
Plön (los). Volles Haus und gute Stimmung beim Leseabend an der Rodomstorschule: Am 27. März sorgten die Schüler der dritten und vierten Klassen mit ausgewählten Lieblingsgeschichten für Spaß und gute Unterhaltung.
Das Drumherum mit farbenfroh gestalteten Klassenräumen, Fördervereinsbuffet in den Fluren bis hin zur Präsentation von Kinder- und Jugendliteratur durch die Buchhandlung Schneider rundete die Veranstaltung zu einem bunten Bücherfest ab. Dabei setzten die vorlesenden Schüler ihre Geschichte noch mit einem zum Inhalt passenden Gegenstand ganz individuell in Szene. Für Nora (3b) kein unwesentlicher Aspekt: „Ich habe mir das Buch ausgesucht, weil es spannend ist“, informiert sie ihre Zuhörerschaft nach Ende ihres Beitrags. Kaum ausgesprochen kommt ihr dann noch ein Grund in den Sinn, den sie erwähnenswert findet. „Und weil … das ist mit Deko ...“, fügt sie also vielsagend hinzu. Ihre Geschichte: „Mein Lotta Leben – Hier steckt der Wurm drin!“, ein witziger Comicroman von Alice Pantermüller und Daniela Kohl. Ganz anders die Auswahl von ihrem Tischnachbarn Furas (4a), der seinem Publikum lieber Abenteuerliches bietet: „Auf gefährlicher Spur“ lautet der Titel von Raymond A. Montgomery. Fantastisches steht in paar Räume weiter auf dem Programm: Gerade versinkt Mila (4a) gemütlich im Lesesessel und genießt es sichtlich, andere an ihrer Geschichte „Meja Meergrün“ von Erik O. Lindström teilhaben zu lassen. „Super“ findet sie das Buch nicht nur, weil es von einer Meerjungfrau handelt, sondern weil ihr die beschriebene Persönlichkeit so gut gefällt. „Lustig und chaotisch – so wie ich“, verdeutlicht sie mit einem Lachen.
Größere Veranstaltungen wie der Leseabend haben etwa „alle zwei bis vier Jahre“ ihren Platz im Terminkalender der Rodomstorschule, schätzt Thomas Lange, der seit Herbst 2023 Schulleiter ist. Es bleibt also etwas Besonderes für alle Akteure. Wer vorlesen möchte, sucht sich etwas dafür aus. Zehn Minuten dauert der Einsatz. Zeit genug also für das eine oder andere Kapitel. Um das zu schaffen und gut vorbereitet zu sein, werde in der Klasse viel geübt, erzählt Thomas Lange. Schließlich wird Lesen einschließlich Vorlesen als Kernkompetenz gewertet, die fächerübergreifend von Bedeutung ist. Ob Matheaufgaben oder Sachkunde, ohne flüssiges Lesen und Texte Verstehen funktioniere das weitere Lernen nicht, unterstreicht Lange. Zudem eröffnet die Fähigkeit, gut lesen zu können, den Zugang in die Welt der Bücher und fördert Vorstellungskraft und Kreativität.
Doch ein ganzes Buch durchzulesen, falle den Kindern nicht immer leicht. Deshalb werde das Lesen und Vorlesen gefördert, damit die Texte zügig und flüssig über die Lippen kommen und der Sinn für Betonung und Stil entwickelt wird. Sogar Singen und Musikalität haben einen Anteil an der Sprache. Und auch am Gemeinschaftsgefühl: Beim Frühlingskanon „Es tönen die Lieder ...“ klingt der mehrstimmige Gesang in den Fluren so wie er klingen soll – sicher in Takt und Melodie und voller Freude.
Dennoch bedarf das eine oder andere Kind der Unterstützung. Die Schule wirbt darum für das Mentorprojekt, das an den Kreisjugendring angebunden ist. Es vermittelt Lesepaten beziehungsweise Mentoren, Ehrenamtler, die mit einem Kind nach Unterrichtsschluss an der Schule einmal wöchentlich spielerisch Lesen üben. Diese 1:1 Betreuung durch die Lernhelfer verfolgt das Ziel, Leselust statt -frust bei den Kindern zu wecken. Potenzielle Lesepaten, die sich als Mentor engagieren wollen, erhalten bei Elisabeth Krefft-Behrsing, mentorpreetz.kb@gmail.com, und Gesa Gilbert, gesa.stratmann@gmail.com nähere Auskünfte.